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SZ.6 Entwicklung wissensbasierter Systeme  

  SC.6 Development of Knowledge-Based Systems

Inhalt  
  • SZ.6.1 Ablaufbeschreibung für die Aktivitäten im Submodell SE
  • SZ.6.2 Zusammenspiel mit den übrigen Submodellen
  • SZ.6.3 Kriterien für die Auswahl des Szenarios
  • SZ.6.1 Ablaufbeschreibung für die Aktivitäten im Submodell SE

    Charakteristisch für wissensbasierte IT-Systemen sind Anwenderforderungen, die zum Großteil als Regelbasis formulierbar sind. Es wird davon ausgegangen, daß neben diesen Teilen auch weitere, konventionell beschriebene und zu entwickelnde Anteile vorhanden sind.

    Das Szenario zeigt, wie wissensbasierte und konventionelle Anteile parallel entwickelt werden und wie die Erstellung und schrittweise Verfeinerung der Regelbasis in die Aktivitätenfolge gemäß V-Modell integriert wird. Zusätzlich werden Hinweise zur Interpretation der Produktmuster (insbesondere für die Anwenderforderungen) gegeben

    Die Entwicklung wissensbasierter Systeme folgt der Strategie der inkrementellen Entwicklung, um die schrittweise Verbreiterung und Verfeinerung der Regelbasis im Dialog mit dem Anwender geeignet abbilden zu können.

    Der Ablauf der SE-Aktivitäten bei der Entwicklung wissensbasierter Systeme ist in Abbildung SZ.6 illustriert.

    Vorbemerkungen:

    Abbildung SZ.6
    Abbildung SZ.6: Ablauf der SE-Aktivitäten bei der Entwicklung wissensbasierter Systeme

    Zeitpunkt T 0 - Start

    Initialisierung des Projekts und Beginn der inhaltlichen Arbeiten gemäß Submodell SE.

    Zeitpunkt T 1 - Erste Ausbaustufe

    Als Ergebnis von Aktivität SE1.2 - Anwendungssystem beschreiben liegt eine grobe Systembeschreibung vor, die den Kern und den Gesamthorizont für die Funktionalität des Systems beschreibt. Wissensbasierte Anteile sind hierbei auszuweisen, um den Geltungsbereich der Wissensbasis festlegen zu können.

    Für einige der in Aktivität SE1.5 - System fachlich strukturieren identifizierten Bereiche (erste Ausbaustufe) sind die fachlichen Anforderungen zum Teil vollständig (Bereich 1), zum Teil unvollständig (Bereich 2) erstellt.

    Die Darstellung der Funktionalität der wissensbasierten Anteile geschieht als Regelbasis, die bereichsüberschreitend erarbeitet wird. Die Regelbasis füllt das Kapitel "Anforderungen an die Funktionalität" als Teil der "Fachlichen Anforderungen".

    Die Ergebnisse der Aktivitäten SE 1.2 und SE 1.5 bilden zusammen die Anwenderforderungen, die zum Zeitpunkt T 1 in einer ersten Version vorliegen

    Die Anwenderforderungen müssen so detailliert sein, daß folgende Ziele erreicht werden:

    Als Ergebnis von Aktivität SE2.1 - System technisch entwerfen sind die Bereiche der ersten Ausbaustufe in ihrer technischen Umsetzung (in der Systemarchitektur und den Technischen Anforderungen) beschrieben.

    Die einzelnen Bereiche werden soweit detailliert und ausgearbeitet, wie es für die erste produktive Systemversion notwendig ist. In späteren Stufen können die einzelnen Bereiche verfeinert und um neue ergänzt werden

    Durch die Berücksichtigung von technischen Lösungen im Rahmen der SE1 - System-Anforderungsanalyse-Aktivitäten entsteht eine fachlich fundierte und ausreichend spezifizierte Vorgabe für die Realisierung der ersten Ausbaustufe durch einen Auftragnehmer. Die Systemarchitektur und die Technischen Anforderungen werden ergänzt und alle weiteren, realisierungsspezifischen Dokumente und Entwicklungsergebnisse erstellt. Nach Abschluß der Realisierung wird die erste Ausbaustufe in die Nutzung übergeleitet.

    Für den wissenbasierten Anteil ist mit der Regelbasis (Teil der fachlichen Anwenderforderungen) im Normalfall bereits ein relevanter Anteil der Implementierung vorgegeben. Jedoch ist auch eine Regelbasis im Rahmen des Grobentwurfs zu modularisieren und im Rahmen des Feinentwurf zu beschreiben. Dies ist unabhängig von der gewählten Darstellungssprache

    Für den konventionellen Anteil erfolgt die Entwicklung parallel zum wissensbasierten Anteil. Beide Anteile werden im Rahmen der Integrationsschritte zusammengefügt.

    Zeitpunkt T 2 bis T N-1 - Weitere Ausbaustufen

    Zum Zeitpunkt T 2 liegt als Ergebnis der wiederholten Durchführung von Aktivität SE1.2 - Anwendungssystem beschreiben eine verfeinerte Version der groben Systembeschreibung vor. Die Verfeinerungen bewegen sich im Normalfall im Rahmen des Gesamthorizonts, der bereits zum Zeitpunkt T 1 definiert wurde. Sie stellen eine Präzisierung der Anforderungen dar. Es kann durch solche Verfeinerungen jedoch auch zu neuen (wissensbasierten und konventionellen) Bereichen kommen.

    Für die Bestandteile der zweiten Ausbaustufe werden die fachlichen Anforderungen erarbeitet. Dabei können bisher nicht berücksichtigte Bereiche neu beschrieben und bereits vorhandene verfeinert werden. Insbesondere wird die Regelbasis der wissensbasierten Anteile fortgeschrieben und verfeinert. Erste Rückmeldungen aus der Nutzung der ersten Ausbaustufe werden berücksichtigt. Die damit in einer zweiten Version vorliegenden Anwenderforderungen bilden den Ausgangspunkt für die Verfeinerung und Ergänzung der Systemarchitektur und der Technischen Anforderungen.

    Der Realisierer, beispielsweise ein Auftragnehmer, erweitert die bereits produktive Systemversion 1 um die neu hinzugekommenen Teile und integriert sie im Rahmen der Integrationsschritte. Eventuell sind im Rahmen der Integrationsarbeiten auch Änderungen an der Systemversion 1 durchzuführen. Nach Abschluß der Realisierung wird auch die zweite Ausbaustufe in die Nutzung übergeleitet.

    Diese Arbeitsschritte werden für jedes Inkrement wiederholt.

    Zeitpunkt T N - vollständige Systembeschreibung

    Zum Zeitpunkt T N liegen Anwenderforderungen, Systemarchitektur und Technischen Anforderungen vollständig und konsistent vor. Nach Realisierung und Überleitung der letzten Ausbaustufe in die Nutzung befindet sich das komplette System in der Nutzung At the time of T N, User Requirements, System Architecture, and Technical Requirements are complete and have all been submitted. After realization and making the System available to be used, the entire System is in use.

    SZ.6.2 Zusammenspiel mit den übrigen Submodellen

    Das Zusammenspiel mit den übrigen Submodellen entspricht ohne Änderungen dem Szenario zur Anwendung des V-Modells bei einer inkrementellen Systementwicklung.

    SZ.6.3 Kriterien für die Auswahl des Szenarios

    Die folgende Auflistung von Vor- und Nachteilen und die Nennung der wichtigsten Voraussetzungen unterstützt die Entscheidungsfindung zur Auswahl der dargestellten inkrementellen Vorgehensweise zur Entwicklung wissensbasierter Systeme.

    Vorteile:

    Nachteile: Voraussetzungen: Die genannten Vor- und Nachteile sind jeweils im Einzelfall zu überprüfen und zu bewerten. Sie dürfen nicht pauschal für alle Projekte als gültig angesehen werden, sondern müssen vor dem Hintergrund der fachlichen und technischen Anforderungen sowie der zu beachtenden Randbedingungen geprüft werden.
    Hinweise:

    (1) Es ist möglich, daß neue fachliche Bereiche im Laufe der Entwicklung hinzugefügt werden. Dies kann aus vertragsrechtlichen Gründen problematisch sein.

    Previous Next This page online  •  GDPA Online  •  Last Updated 03.Mar.2004 by C. Freericks